Informationstechnik
Zur Informationstechnik gehören alle Instrumente wie Höhenmesser, Fahrtmesser, Variometer und der Kompass aber auch Funk und Bordrechner.
Höhenmesser
Der Höhenmesser besitzt meistens zwei Zeiger wie eine analoge Uhr, einen großen und einen kleinen. Der große Zeiger zeigt von Ziffer zu Ziffer meist einen Höhenunterschied von 100 Metern an. Der kleine Zeiger dagegen zeigt von Ziffer zu Ziffer meist einen Höhenunterschied von 1000 Metern an. Ein Höhenmesser funktioniert wie ein Barometer. Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab und ein kleines luftdichtes Gefäß im Inneren dehnt sich aus. Diese Bewegung wird dann auf die Zeiger übertragen. Bei allen Höhenmessern kann man den Nullpunkt je nach aktuellem Luftdruck einstellen.
Fahrtmesser
Der Fahrtmesser zeigt die Geschwindigkeit fast wie der Tacho eines Autos an. Nur wird der Zeiger in diesem Fall nicht durch eine Welle bewegt, sondern durch den Fahrtwind, wenn sich das Flugzeug vorwärts bewegt. Je schneller sich das Flugzeug fliegt, desto höher wird auch der Staudruck, den dieses Gerät misst. Da jedes Flugzeug für andere Geschwindigkeitsbereiche ausgelegt ist, muss die Fahrtmesseranzeige auch die dafür entsprechenden Markierungen aufweisen.
Variometer
Das Variometer dient zur Aufwindsuche und zeigt dem Piloten an, wie schnell das Flugzeug steigt oder sinkt. Es gibt verschiedene Variometer mit unterschiedlichen Auflösungen. Die Funktionsweise ist ähnlich wie beim Höhenmesser. Auch hier wird der Luftdruck gemessen. Angezeigt wird allerdings die Geschwindigkeit, mit der der Luftdruck ab- oder zunimmt. Neben den rein mechanischen Variometern gibt es auch sogenannte elektrische Variometer, die einen Piepton von sich geben. Je schneller ein Flugzeug steigt, desto höher wird der Ton. Sinkt das Flugzeug, wird der Ton entsprechend tiefer. Das hat den Vorteil, dass der Pilot den Luftraum beobachten kann und nicht immer auf das Variometer sehen muss, um Aufwinde zu finden. Schließlich kreisen manchmal mehrere Segelflugzeuge gemeinsam in der Thermik, da wäre es gefährlich, wenn ein Pilot abgelenkt wird.
Kompass
Die Funktionsweise eines Kompasses dürfte jedem bekannt sein. Ein Magnet richtet sich immer auf den magnetischen Nordpol der Erde aus. Um diesen Magneten herum befindet sich eine Kugelschale mit Gradeinteilung. Gelagert ist die Kugel meistens freischwimmend in einer Flüssigkeit. Segelflieger müssen zwar für Überlandflüge einen Kompass an Bord haben, benutzen ihn aber eher selten, da sie sich fast immer an Bodenmerkmalen orientieren. Außer dem Magnetkompass gibt es auch noch den Funkkompass, der aber nur in Motorseglern und Motorflugzeugen verwendet wird. Ein solcher Funkkompass richtet sich nach starken Sendern, den sogenannten Funkfeuern aus, deren Frequenz man einstellen kann. Dann wird einem die genaue Richtung zu diesem Funkfeuer angezeigt.
Logger und Bordrechner
Auch im Segelflug hat mittlerweile die Computertechnologie Einzug gehalten. So wird heute die Navigation fast nur noch mit GPS-Systemen, sogenannten GNSS-Flugrekordern, durchgeführt. GNSS bedeutet ” Global Navigate Satellit System”, bei uns heißen sie aber einfach “Logger”. Sie haben einige Funktionen mehr als ein einfaches GPS, so können sie zusätzlich zur Strecke auch die Höhe des Flugzeugs aufzeichnen, den aktuellen Wind berechnen und die nächsten Flugplätze anzeigen. Vor dem Flug werden die gewünschten Ziel – oder Wendepunkte einprogrammiert und abends die geflogene Strecke am Computer ausgelesen.
Die Bordrechner, die entweder als Kompaktgerät oder als Logger mit PDA + Flugnavigationsprogramm benutzt werden, können noch mehr anzeigen wie Geschwindigkeit des Flugzeugs, Variometer und Höhe und die geflogenen Kilometer. Sie besitzen ein Display, auf dem die Luftraumkarte abgebildet ist und man online seinen Flug verfolgen kann. Mit ihnen kann man auch genau den Gleitpfad des Flugzeugs im Flug berechnen und welche Flugplätze gerade erreichbar sind und welche nicht.
So können sie alle Instrumente ersetzen – vorausgesetzt der Strom fällt nicht aus.
Deshalb benötigen sie auch eine eigene Batterie. Eine Navigationskarte sollte man aber immer noch mit an Bord haben.
Funkgerät
Das Funkgerät wird zur Kommunikation mit Flugplätzen oder anderen Flugzeugen benötigt. Der Pilot meldet zum Beispiel seine Landung auf dem Flugplatz an, damit man dort darauf vorbereitet ist. Oder er spricht sich mit anderen Segelfliegern ab, die mit ihm gemeinsam in einem Aufwind fliegen. In der Luft kann ein Funkgerät eine Reichweite von weit über 100 km haben, am Boden ist es jedoch nur für die unmittelbare Umgebung geeignet. Das ist auch ein Grund, weshalb Segelflieger nach einer Außenlandung ein Telefon brauchen.
Zubehör
Neben den oben genannten Instrumenten gibt es noch eine Reihe weiterer Instrumente für den Blindflug, wie zum Beispiel den künstlichen Horizont oder einen Wendezeiger. Bei Maschinen, die für Kunstflug zugelassen sind, gibt es dann noch einen G-Messer.
Als weiteres Zubehör gilt es noch den Barographen, die Sauerstoffanlage und natürlich den Fallschirm zu nennen.
Barographen zeichnen die geflogene Höhe auf und wurden früher als Dokumentation benutzt, um zu beweisen, dass das Flugzeug nicht zwischengelandet war. Heute werden sie vom Logger ersetzt, der ein elektronisches Barogramm aufzeichnet.
Die Sauerstoffanlage besteht aus der Sauerstofflasche, der Gesichtsmaske und einem Regler. Benötigt wird diese Anlage erst in Höhen über 3000 Meter. Dort wird die Luft zu dünn und der Pilot könnte sich aufgrund des ihm fehlenden Sauerstoffs nicht mehr richtig konzentrieren. ·
Der Fallschirm wird von den meisten Segelfliegern freiwillig mitgenommen, eine Pflicht dazu gibt es jedoch nicht. Ein Sportfallschirm würde wegen seiner Größe und seines Gewichtes nicht in ein Segelflugzeug passen. Deswegen benutzen Segelflieger einen reinen Rettungsschirm, der etwas kleiner ist. Benötigt wird er nur, wenn das Flugzeug nicht mehr fliegbar ist, zum Beispiel nach einem Zusammenstoß.
FLARM
Um gerade aber einen Zusammenstoß zu verhindern, gibt es mittlerweile sogenannte FLARM-Geräte. Das sind Kollisionswarngeräte für Segelflugzeuge, die per GPS die Position eines entgegenkommenden Flugzeuges ermitteln und diesem die eigene Position senden. Beide Piloten bekommen dann eine Warnung mit Angabe, wo sich das jeweils andere Flugzeug befindet. Allerdings funktioniert dieses Gerät nur, wenn beide Flugzeuge damit ausgerüstet sind. Unsere Flugzeuge sind seit Mai 2006 alle mit einem FLARM ausgerüstet.
Wollfaden
Eines der wichtigsten Instrumente wurde noch nicht erwähnt – der Wollfaden! Da ein Segelflugzeug keinen Antrieb hat und daher mit seiner Energie so sparsam wie möglich umgehen muss, ist es ungünstig, schräg zur Anströmrichtung zu fliegen. Dabei entsteht nämlich ein höherer Luftwiderstand, der einen schlechteren Gleitflug bedeutet. Um diese ungewollte Fluglage zu erkennen und gegebenenfalls korrigieren zu können, wird einem Segelflugzeug einfach ein Faden mit einem Ende auf die Cockpithaube geklebt. Am Ausschlag des Fadens kann der Pilot dann erkennen, ob er sauber fliegt.