Streckenflug

Wie funktioniert Überlandflug?

Da ein Segelflugzeug auch ohne Motor mehrere Stunden in der Luft bleiben kann, wird es mit der Zeit langweilig, ständig in Flugplatznähe zu bleiben. Interessanter wird es, wenn man die unmittelbare Umgebung des Platzes verlässt, um größere Strecken zurückzulegen. Um das zu erreichen, setzen wir unsere mit Hilfe der Thermik erreichte Höhe in Strecke um. Wir gleiten unsere Höhe im Geradeausflug ab, bis wir auf die nächste Thermik oder auf den nächsten Hangwind stoßen. Dort tanken wir wieder Höhe und fliegen dann weiter.

Für den richtigen Ansporn sorgt dabei der OLC, der “online contest” und die DMSt, die “Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug”. Jeder Pilot, der daran teilnehmen möchte, muss seinen geplanten Flug dokumentieren können. Heutzutage wird dazu ein „Logger“, ein GNSS-Flugschreiber mit Höhenaufzeichnung für die Dokumentation benutzt, in den die Wendepunktskoordinaten einprogrammiert und diese müssen im Flug umrundet werden. Nach dem Flug wird der Logger vom Vereinsauswerter mit einem Computer ausgelesen und per Internet zur Wertung eingereicht. So man kann den Flug auch auf dem Bildschirm „nachfliegen“. Für jeden Streckenflug bekommt der Pilot Punkte, abhängig von der geflogenen Strecke und den Leistungsdaten des Flugzeuges und am Ende des Jahres wird dann der Sieger ermittelt. Streckenflüge gehen über eine Strecke von 50 bis 800 Kilometern, manchmal sogar noch größer.

Manchmal reicht die Höhe nicht aus, um wieder nach Hause zu kommen. Wenn es dann keine Möglichkeit gibt, noch einmal Höhe zu tanken, muss das Segelflugzeug landen.
Dabei passiert es häufig, dass sich kein Flugplatz in Reichweite befindet. In so einem Fall muss das Flugzeug auf einem Acker landen. Für die Passanten mag das dann ein spektakuläres Ereignis sein, für den Piloten ist es beinahe Routine. Jeder Pilot wird schon als Flugschüler darauf vorbereitet, damit er in einem solchen Fall richtig handelt. Erst dann darf ein Pilot alleine auf Strecke gehen.

Nach der Außenlandung
Nach der Landung ruft der Pilot dann auf dem Flugplatz an und informiert seine Rückholer, wo er genau gelandet ist. Diese kommen mit einem PKW und dem Transportanhänger.

Wenn die Rückholer eintreffen, wird das Segelflugzeug abgerüstet und auf den Hänger geladen. Dazu sind in der Regel bloß zwei Bolzen nötig, die zwischen den Tragflächen entfernt werden müssen. Danach kann man die Tragflächen abnehmen und sie und den Rumpf auf dem Anhänger verstauen. Jedes Segelflugzeug ist dafür konstruiert, Außenlandungen unbeschadet zu überstehen und sich jederzeit mit teilweise nur drei Personen leicht auf- und abrüsten zu lassen. Obwohl Segelflieger immer wieder um Aufklärung bemüht sind, liest man am Tage nach einer Außenlandung häufig die abenteuerlichsten Geschichten in den Zeitungen.