22. Mrz 2009

Hildesheimer Allgemeine vom 16.03.2009

haz_200903.jpg Wesseln (mv). Mit einem neuen Vorstand starten die Segelflieger vom Steinberg bei Wesseln in die Saison 2009. Die Flugzeuge werden geprüft – am Boden und in der Luft.

Nur Kassierer Hans-Dieter Waldeck gehört aus der alten Mannschaft weiter zum Kreis der Verantwortlichen. Die Mitglieder der Segelfliegergruppe Salzdetfurth wählten Johannes Linnenkamp an die Spitze. Als Stellvertreter arbeitet Lothar Hielscher. Für die Technik zeichnet Jens Tamoszus verantwortlich. Lukas Büsse ist neuer Jugendsprecher.

Schon lange kribbelt es den Piloten in den Fingern. Sie hoffen darauf, dass der Winter und das Regenwetter nun langsam zu Ende sind. Doch bevor der Spaß am Himmel fortgesetzt werden nn, müssen erst einmal die Flugzeuge ihrer jährlichen Überprüfung unterzogen werden. Gut zwei Stunden dauert der technische Check für einen Segelflieger. “Besonders viel Zeit nimmt die Dokumentation, die in mehreren Ausführungen erfolgen muss, in Anspruch”, erklärt Martin Scharnowski von der Segelfliegergruppe.

Die Prüferin Marianne Brandes aus Hildesheim hatte am Ende aber nichts an den sechs Fluggeräten auszusetzen. Bevor die Genehmigung erteilt wird, starten die Segelflugzeuge zu einem Überprüfungsflug. Nicht besonders glücklich sind die Segelflieger mit den gesetzlichen Vorgaben. Derzeit werden in der gesamten Fliegerei Wartung und Instandhaltung auf Basis neuer EU-Regelungen neu festgezurrt. „Es fehlen allerdings die entsprechenden Umsetzungsrichtlinien. So hängen alle letztlich in der Luft”, berichtet Martin Scharnowski. In dieser Sache hofft nicht nur die Segelfliegergruppe Salzdetfurth auf ein Ende der Ungewissheit.

Mit zwei Flugzeugen geht es am kommenden Wochenende nach Südfrankreich. Dort findet ein Landesverbandslehrgang zum Thema „Einführung in die Alpenfliegerei” statt. Fluglehrer Axel Heuer betreut die Gruppe aus Wesseln. Mit ihm reisen Friedrich Wolter, Eduard Nolte und Kurt Behrendt in den Süden.

Auch der Nachwuchs macht von sich reden. Lukas Florea (16) vom Aeroclub Hildesheim und Arne Brüsch (17) von der Segelfliegergruppe haben sich in einer gemeinsamen Projektarbeit am Wettbewerb „Jugend forscht” beteiligt — und die Jury überzeugt. Die beiden Scharnhorstgymnasiasten haben ein Programm geschrieben, mit dem der Pilot thermisch gute Bedingungen erkennen kann. Dabei haben Lukas Florea und Arne Brüsch 3100 Datensätze von absolvierten Flügen verarbeitet. Auf der Karte siebt der Pilot rote Flecken, die aus der Vergangenheit heraus Auskunft über optimale thermische Bedingungen geben. Mit diesem Projekt haben sich die beiden Schüler für den Landesentscheid in Clausthal qualifiziert. “Darauf freuen wir uns schon sehr”, sagen die Forscher. Am Ende der Saison 2008 hatten sie mit den Vorbereitungen für die Teilnahme an dem Wettbewerb begonnen. Nun möchten sie das Programm weiter modifizieren. Dazu könnten Datenmengen anderer Vereine oder aus dem Internet dienen.

In der Segelfliegergruppe Salzdetfurth sind derzeit 50 Piloten, 15 Jugendliche und fünf Fluglehrer aktiv. „Es gibt noch freie Ausbildungskapazitäten”, berichtet der neue Vorsitzende Johannes Linnenkamp. Das Hobby Segelfliegen muss nicht teuer sein. “Der Jahresbeitrag beläuft sich auf rund 350 Euro, quasi ein Euro pro Tag. Dazu kommen Prüfungsgebühren und die Kosten für Gesundheitszeugnisse”, erläutert der Vorsitzende. Im Durchschnitt benötigen Neuanfänger zwei bis drei Jahre, bis sie den Pilotenschein in der Tasche haben. Segelfliegen ist keine elitäre Veranstaltung”, betont Johannes Linnenkamp, der selbst erst vier Jahre im Verein ist.

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung

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